Die Geschichte hinter INCLUSIGN
Zusätzliche Straßenschilder für eine barrierefreie Orientierung im öffentlichen Raum
Ein Straßenschild soll Orientierung geben. Doch was, wenn der Straßenname zwar sichtbar, für Menschen mit Sehbehinderung aber nicht zugänglich ist? Was im Alltag selbstverständlich erscheint, kann jedoch plötzlich zu einer unerwarteten Herausforderung werden. Wie daraus eine Idee entstand, zeigt die Geschichte von INCLUSIGN. Sie beginnt mit zwei Freunden in einer fremden Stadt.
Wie aus einer Alltagssituation eine Idee wurde
Volker König, Jahrgang 1944 und Ingenieur der physikalischen Technik, lebt in Wedel und ist seit 58 Jahren blind. Als er eines Tages gemeinsam mit einem sehbehinderten Freund in einer fremden Stadt unterwegs war, stellte sich die Suche nach dem richtigen Straßennamen als unerwartet große Herausforderung heraus.
Die Straßenschilder waren in rund 2,30 Metern Höhe angebracht – zu hoch, um den Straßennamen aus der Nähe zu erfassen.
Sein Freund löste das Problem kurzerhand auf seine eigene Weise: Er kletterte am Mast des Straßenschildes hoch, um die Beschriftung lesen zu können.
Für Volker König war diese Situation der Anstoß für eine Idee.
„Da kam mir die Idee der kleinen Zusatzschilder, die in einer auch für Rollstuhlfahrer und Kinder angemessenen Höhe angebracht sein sollten.“
Das Problem: Straßenschilder sind nicht für alle erreichbar
Orientierung darf nicht vom Sehen abhängig sein
Herkömmliche Straßenschilder werden meist in einer Höhe von etwa 2,30 Metern montiert. Für sehbehinderte Menschen ist diese Anordnung problematisch: Der Straßenname kann häufig nicht oder nur sehr schwer visuell erfasst werden. Auch das Ertasten der Information ist in dieser Höhe nicht möglich.
Genau hier setzt INCLUSIGN an.
Die Lösung: Straßennamen in barrierefreier Höhe
INCLUSIGN macht Orientierung zugänglich
INCLUSIGN ist ein taktiles Straßenschild als Ergänzung zu bestehenden Straßenschildern. Die vorhandene Beschilderung bleibt unverändert und wird um eine barrierefreie Informationsebene ergänzt. So wird der Straßenname dort zugänglich, wo herkömmliche Straßenschilder für viele Menschen nicht oder nur schwer erreichbar sind.
Durch erhabene Schrift und taktile Informationen können Straßennamen nicht nur gelesen, sondern auch mit den Händen ertastet werden. Das Zusatzschild wird in einer Höhe von etwa 1,30 Metern angebracht und ist dadurch leichter visuell wahrnehmbar und taktil zugänglich. Die niedrigere Montagehöhe bietet zugleich Vorteile für Rollstuhlfahrer, Kinder und Menschen mit eingeschränkter Körpergröße.
Das Prinzip ist bewusst einfach: Informationen dort zugänglich machen, wo sie erreichbar, lesbar und ertastbar sind.
Von der Idee zum Produkt
Aus der ursprünglichen Idee von Volker König haben wir ein konkretes Produkt entwickelt. Dabei stand nicht nur die taktile Darstellung des Straßennamens im Mittelpunkt. Entscheidend war die Frage, wie sich eine solche Lösung sinnvoll in bestehende Orientierungs- und Leitsysteme im öffentlichen Raum integrieren lässt.
Wir haben die Idee konstruktiv weiterentwickelt und auf die Anforderungen an ein robustes, gut wahrnehmbares und dauerhaft einsetzbares taktiles Straßenschild übertragen.
Das taktile Straßenschild INCLUSIGN besteht aus zwei Halbschalen, die den bestehenden Mast des Straßenschildes umschließen. Die Halbschalen werden über zwei Schrauben an den Bestandsmast geklemmt und sicher befestigt, ohne ihn zu beschädigen. Nach der Montage werden die taktilen Namensplättchen einfach eingeklickt. Sie verdecken die Schraubkappen und schützen somit gleichzeitig die Befestigung vor einer ungewollten Demontage.
Jedes taktile Straßenschild bietet Platz für bis zu vier Straßennamen. Werden weniger Namen benötigt, können die nicht belegten Öffnungen mit passenden Blindeinlegern verschlossen werden.
Die Farbgestaltung von INCLUSIGN orientiert sich an der klassischen blau-weißen Gestaltung, die bei Straßennamensschildern vielfach verwendet wurde und bis heute im öffentlichen Raum zu finden ist. So fügt sich das taktile Straßenschild auch optisch in bestehende Beschilderung ein.
"Wer hätte gedacht, dass jemand erst an einem Straßenschild hochklettern muss, damit daraus einmal INCLUSIGN entsteht?"